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Medizinstudium an Privatuniversitäten in Deutschland

Wo ist Medizinstudium an Privatuniversitäten in Deutschland möglich?

Neben den staatlichen Universitäten in Deutschland und den Universitäten im Ausland gibt es ferner auch die Möglichkeit das Medizinstudium an Privatuniversitäten in Deutschland. StudiMed vermittelt diese Angebote nicht und kann hierzu auch nur eingeschränkt beraten. Gleichwohl möchten wir unseren Interessenten hier einen Überblick geben, da ein Studium in Deutschland natürlich oftmals als attraktiver wahrgenommen wird als ein Medizinstudium im Ausland. Für den Fall einer Parallelbewerbung bietet StudiMed die Geld-zurück-Garantie an, die den Entfall der Vermittlungsprovision bei Erhalt eines Studienplatzes in Deutschland (oder in ausgewählten anderen Universitäten) anbietet.

Universität Witten-Herdecke

Die kleine Universität (die bei weitem nicht nur Medizin anbietet) liegt im Herzen des Ruhrgebiets in der kleinen Stadt Witten. In einem Semester studieren nur ca. 40 Studenten, man kennt also nach Kürze jeden.

Der Aufbau des Studiums folgt einem modernen Curriculum ohne Physikum. Vorklinischer und klinischer Abschnitt gehen ineinander über, es ist insoweit ein Modllstudiengang. Besonders interessant ist, dass viele Vorlesungen im Sinne von problem-based-learning (pbl)  aufgebaut sind. Dabei arbeitet man in Kleingruppen zusammen und erarbeitet sich Stück für Stück die Diagnose. Man bekommt in der ersten Sitzung nur die Information, die der Arzt aus dem ersten Gespräch und einer Untersuchung des Patienten sammeln kann. Dann überlegt man sich in der Gruppe, was das Krankheitsbild sein könnte. In der zweiten Sitzung präsentiert jeder Teilnehmer seine Ergebnisse und der Fall wird aufgelöst.

Bewerben muss man sich für das Sommersemester bis zum 15.07., für das Wintersemester bis zum 15.2. Die Bewerbung muss einen Lebenslauf, ein Motivationsschreiben und einen Text zu einem vorgegebenen Thema beinhalten und muss zum Teil handschriftlich verfasst werden. Zusätzlich muss ein sechsmonatiges Pflegepraktikum absolviert werden (davon müssen 3 Monate bei Einreichung der Bewerbung vorliegen) und es muss eine Bewerbungsgebühr von 250 Euro überwiesen werden.

Diese Unterlagen werden dann von einem Team genau begutachtet. Wenn es alles gepasst hat, gibt es eine Einladung zum Auswahltag, bei dem es neben Tests auch um Gespräche mit Professoren und Studenten geht.

Die Universität berechnet knapp 10.000€ Studiengebühren pro Jahr, bietet allerdings auch einen umgekehrten Generationenvertrag mit der Möglichkeit einer späteren Bezahlung an. Nähere Informationen zum Studienangebot gibt es hier.

Paracelsus Medizinische Privatuniversität Nürnberg

Die in Salzburg beheimatete Paracelsus Medizinische Privatuniversität hat seit 2014 auch eine Niederlassung in Nürnberg geöffnet. Jedes Jahr können hier 50 Studenten neu anfangen. Das Besondere hier ist, dass das Studium nur fünf statt sechs Jahre dauert, dafür gibt es allerdings auch nicht die regulären langen Semesterferien. Anders als an den staatlichen Universitäten in Deutschland erhält man hier mit dem Abschluss einen Berufsdoktoratstitel „Dr. med. univ.“. Die Bewerbung ist erfahrungsgemäß bis etwa Ende April möglich.

Zunächst bewirbt man sich schriftlich mit Motivationsschreiben, Lebenslauf und Abiturzeugnis (wichtig ist hier, dass der Bewerber Biologie nicht abgewählt hat). Zusätzlich dazu muss ein mindestens vierwöchiges Praktikum in einer medizinischen Einrichtung (Krankenhaus, Pflegeheim, Rettungsdienst) nachgewiesen werden. Die Bewerbungsgebühr beträgt bis Ende März 190 Euro, für die letzte Woche im April dann 290 Euro (Stand 2018). Die Bewerbung wird geprüft und es wird zum Aufnahmetest eingeladen. Der Aufnahmetest dauert etwa 5 Stunden und ist extrem anspruchsvoll.  Im schriftlichen Test wird vor allem die Lernfähigkeit und naturwissenschaftliches Vorbildung geprüft. Das Niveau entspricht ungefäht dem Med AT. Die 300 besten Studenten werden dann zum letzten Schritt, dem Interview eingeladen. Für die Reihung zählt dein Abschneiden im Test 80%, die letzten 20% ergeben sich aus den Durchschnittsnoten der letzten zwei Schuljahre.

Die Studiengebühren betragen 14.700€ und es wird keine Finanzierung angeboten. Nähere Informationen zum Studium gibt es auf der Homepage der Universität.

Kassel School of Medicine

Die Kassel Medical School ist ebenso wie das Studienangebot in Nürnberg und Hamburg nicht das Angebot einer deutschen Privatuniversität, sondern eine Art Franchiseangebot einer ausländischen Hochschule. Das Studienangebot besteht seit 2013.  Das Curriculum in Kassel so aufgebaut, dass die ersten zwei Jahre während der Vorklinik an der University of Southamptom in Südengland mit den dortigen Studenten studiert wird. Nach den zwei Jahren ziehen die Studenten nach Kassel um und machen dort am Klinikum den klinischen Abschnitt. Anders als in Deutschland üblich ist, dauert das Studium nur fünf statt sechs Jahre. Das „sechste“ Jahr ist zwar ähnlich dem praktischen Jahr aufgebaut, aber kann schon auf die Facharztausbildung angerechnet werden und muss nicht mehr bezahlt werden. Es ist denkbar, dass durch den Brexit hier Anerkennungsprobleme oder anderweitige Probeme mit dem Studiengang auftreten, dies sollte aufmerksam verfolgt werden.

Bewerbungsfrist ist immer von Anfang Mai bis Mitte Juni, das weitere Bewerbungsverfahren findet dann im Sommer statt, also relativ kurz vor dem Studienbeginn im September.

Für die Bewerbung ist ein Motivationsschreiben, ein Lebenslauf und ein Abiturschnitt von etwa 1,6 oder besser nötig. Versuchen kann und sollte man es gleichwohl auch mit einem schlechteren Abischnitt. Zusätzlich müssen Bewerber am TMS teilgenommen haben und einen Sprachnachweis für Englisch einreichen, da das Studium immerhin in Southamptom auf Englisch stattfindet. Der gängigste Test hierfür ist der IELTS, es gehen aber auch TOEFL oder CAE. Alle Unterlagen müssen auf Englisch eingereicht werden.

Wenn die Unterlagen in Ordnung sind, werden Bewerber zum Selection Day eingeladen, hier sind dann noch etwa 60 Bewerber auf die 30 Studienplätze dabei. Hier geht es vor allem auch um die Kommunikation auf Englisch.

Die Studiengebühren betragen gesamt etwa 65.000 Euro, also 13.000€ pro Jahr. Es gibt Förderprogramme für Studenten aus dem Landkreis Kassel und Fulda kommen – wohl um diese später an das Klinikum zu binden. Nähere Informationen zum Studium gibt es hier.

Asklepios Medical School Hamburg – Semmelweis Universität Budapest

Der klinische Teil der Asklepios Medical School findet in Hamburg statt, wird gesteuert von der Semmelweis Universität Budapest. Am Ende des Studiums erhält man somit einen ungarischen Abschluss, auch wenn man in Hamburg studiert. Man bewirbt sich hier nicht direkt für das Studium in Hambug, sondern studiert erst einmal in Ungarn und bewirbt sich dann für die Fortsetzung in Hamburg. Es besteht entsprechend bei den nur 60 Studienplätzen ein relativ hohes Risiko, das Studium nicht in Hamburg fortsetzen zu können. Bewerben kann man sich auch bei einem Studienbeginn an einer ausländischen Hochschule außerhalb Ungarns, sodass wir unseren Kunden empfehlen es hier auf jeden Fall mit einer Bewerbung zu versuchen. Das Aufnahmeverfahren ist nach unserer Erfahrung ziemlich intransparent, die Studiengebühren betragen etwa 16.000€ pro Jahr. Informationen gibt es auf der Homepage der Klinik.

Medizinische Hochschule Brandenburg

Erst seit 2015 können etwa 45 Studenten pro Jahr an der Medizinischen Hochschule Brandenburg studieren. Es ist eine private Hochschschule, die von den umliegenden Kliniken Brandenburgs getragen wird. Das Studium beginnt nur zum Sommersemester, die Bewerbungsfrist für 2019 ist bereits am 02.10.2018 abgelaufen. Die Bewerbung erfolgt in zwei Schritten. Im ersten Teil muss das Abiturzeugnis und ein Nachweis über ein sechsmonatiges Pflegepraktikum oder Freiwilligendienst eingereicht werden. Die Bewerbungsgebühr beträgt bis zum 04.09. 150€, bis zum 02.10. 250€, sodass sich eine frühe Bewerbung lohnt. Der Abischnitt auf dem Zeugnis ist dabei nicht wichtig. Nachdem die Unterlagen geprüft und inhaltlich beurteilt worden sind, erfolgt die Einladung zum Auswahlverfahren nach Brandenburg.

Insgesamt kostet das Studium 115.000 Euro, das kann allerdings durch einen Vertrag mit einer kooperierenden Klinik auf 35.000 Euro gesenkt werden. Im Vertrag verpflichtet man sich, nach dem Studium fünf Jahre in diesem Klinikum zu arbeiten. Zusätzlich zu diesen Studiengebühren fallen für jedes Semester noch etwa 200 Euro als Sozialbeitrag und das Semesterticket Berlin-Brandenburg an.

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage der Universität.

Gibt es Alternativen in Deutschland?

Alternativ kann in Deutschland beispielsweise auch über die Bundeswehr, Losglück oder über Wartezeit studiert werden.