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Unterschied Regel- und Modellstudiengang in Deutschland

Immer wieder werden wir von unseren Kunden zum Unterschied Regel- und Modellstudiengang gefragt, daher hier ein kurzer Exkurs. Im Ausland spielt der Modellstudiengang noch keine große Rolle. Universitäten wie Stettin, Nikosia und Kaunas setzen auf Modellstudiengänge.

  1. Einleitung: Ganz grundsätzlich wirbt der Modellstudiengang mit einer eher an der Praxis orientierten Lehre. Damit wurde versucht der Kritik, das Medizinstudium wäre zu praxisfern und trocken, entgeenzutreten. Im Regelstudiengang wird noch nach einer klassischen Trennung zwischen Vorklinik und Klinik gelehrt: 2 Jahre Vorklinik, ein Jahr vorklinische/klinische Fächer mit Bezug zum Medizinstudium (wie Pharmakologie z.B.), 2 Jahre medizinische Grundlagenfächer und zum Schluss das praktische Jahr.
  2. Definition: Als Modellstudiengänge bezeichnet man im Studium der Humanmedizin Varianten des klassischen Regelstudienganges  in Deutschland, die auf Basis einer bis auf weiteres zeitlich befristeten, landesrechtlichen Sondergenehmigung als Abweichung von §41 der Approbationsordnung angeboten werden dürfen.
  3. Gründe für die Einführung: Bereits gegen Ende der 90er geriet der Regelstudiengang vielerorts in Kritik, da die Strukturen veraltet und die Inhalte des Studiums zu wenig praxisorientiert seien. Insbesondere die strikte Trennung von vorklinischen und klinischen Studienabschnitt wurde von vielen Fakultäten als nicht mehr zeitgemäß empfunden, zumal hierbei die Studierenden erst frühestens nach dem 4. Fachsemester Kontakt mit Patienten bekommen, wenn man vom vorgeschriebenen Krankenpflegepraktikum absieht. Eine kritische Überprüfung des eigenen Studienwunsches ist hierbei erst zu spät möglich, zumal viele Studierende resigniert abgebrochen haben, weil ihnen das Studium anfangs zu theoretisch ist. Die in Deutschland angebotenen Modellstudiengänge heben die Trennung von Vorklinik und Klinik  zu einem großen Teil auf. Studenten in Modellstudiengängen kommen frühzeitig in Kontakt mit Patienten. Ferner wurde als großer Unterschied Regel- und Modellstudiengang im Rahmen dieser Umgestaltung auch die  Trennung der strukturellen Inhalte aufgehoben, die Lehre erfolgt nun in Lernblöcken oder thematischen Modulen, die wichtige Organe bzw. Organsystem multidisziplinär zusammenfassen, jeweils physiologisch, anatomisch, pathologisch und therapeutisch.
  4. Zulassungsverfahren und Wechsel: Die Zulassungsverfahren, sowohl für Abiturienten, als auch für Zweit- und Aufbaustudiengänge, haben sich nicht geändert -es läuft weiterhin über Hochschulstart. Vielmehr bieten die Universitäten zumeist ab der Umstellung nur noch den Modellstudiengang für Neueinschreiber an. Die Regelstudiengänge laufen entsprechend aus, allerdings für „Wiederholer“ mit genügend möglichkeiten ihre restlichen Prüfungen zu schreiben. Insbesondere von Universitäten, die nicht mehr konform zur Approbationsordnung prüfen (z.B. die RWTH University Aachen), ist ein Studienortwechsel an einen anderen Ort (und umgekehrt) meist nur mit erheblichem Zeitverlust möglich, wenn sich überhaupt ein Tauschpartner findet. Grund hierfür ist besagter curriculare Unterschied Regel- und Modellstudiengang, denn es kann nichts als gleichwertig anerkannt werden, das vollkommen anders aufgebaut ist.
  5. Auflistung der Universitäten mit Regelstudiengang: Universität Bonn, Universität Duisburg-Essen, Universität Düsseldorf, Universität Erlangen-Nürnberg, Universität Frankfurt, Universität Freiburg, Universität Gießen, Universität Göttingen, Universität Greifswald, Universität Halle-Wittenberg, Universität Jena, Universität Kiel, Universität Leipzig, Universität Lübeck, Universität Magdeburg, Universität Mainz, Universität Marburg, Universität München, Universität Münster, Universität Regensburg, Universität Rostock, Universität des Saarlandes, Universität Tübingen, Universität Ulm, Universität Würzburg
  6. Auflistung der Universitäten mit Modellstudiengang: Medizinische Hochschule Brandenburg, Charité Universitätsmedizin Berlin, Universität Dresden, Universität Hannover, Universität Bochum, Universität Oldenburg, Technische Hochschule Aachen, Universität Hamburg, Universität Köln, Universität Witten/Herdecke, Universität Heidelberg/Mannheim