Medizinstudium in Bosnien und Herzegowina

Ein Medizinstudium in Bosnien und Herzegowina bieten wir in der Hauptstadt Sarajevo und in Mostar an. Beide Universitäten bilden auf hohem Niveau in Humanmedizin aus, in Sarajevo können Sie außerdem Zahnmedizin studieren. In Mostar ist es außerdem dank des Blockunterrichts möglich, einzelne Kurse zu belegen und zu bestehen.

Geographie & Klima

Bosnien und Herzegowina ist ein Bundesstaat im Südosten Europas. Seine Bestandteile sind nicht ganz leicht zu definieren: Geografisch setzt er sich zu 80 % aus der Region Bosnien im Norden und zu 20 % aus der Region Herzegowina im Süden zusammen. Politisch ist er geteilt in die Föderation Bosnien und Herzegowina und die Republika Srpska. Ethnisch besteht die Bevölkerung aus Bosniaken, Kroaten und Serben. Alle drei Volksgruppen sind offiziell gleichberechtigt und ihre Mitglieder sind allesamt Bosnier. Sie sprechen serbokroatische Dialekte, die sich stark ähneln und vor allem in der Schriftsprache unterscheiden: Kroatisch wird in lateinischen Buchstaben geschrieben, Serbisch in kyrillischen. Im Bosnischen werden beide Alphabete verwendet, das lateinische jedoch etwas häufiger.

Bosnien und Herzegowina grenzt im Osten an Serbien, im Südosten an Montenegro, im Norden, Westen und Südwesten an Kroatien. Das Land hat eine 20 km lange Küste an der Adria.

Die Landschaft ist geprägt von Wald und Gebirge, vor allem um Sarajevo. Mostar liegt in der Küstenregion, aber nicht direkt am Meer. Mit seinem dichten Netz aus naturnahen Flüssen liegt Bosnien und Herzegowina im Blauen Herz Europas.

Außerdem wächst hier einer der zwei letzten Urwälder Europas, der Perućica.

Bosnien und Herzegowina liegt im Übergangsgebiet zwischen mediterranem und kontinentalem Klima. Die Winter können sehr kalt werden und Temperaturen bis zu −20 °C sind keine Seltenheit. Die Sommer sind überwiegend sehr heiß und trocken.

Land & Leute

In Bosnien und Herzegowina ist die Erinnerung an den letzten Krieg noch frisch: Das Land ist eine ehemalige Teilrepublik der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien. Ab 1990 erklärten reihenweise Staaten ihre Unabhängigkeit von Jugoslawien, allerdings waren nicht alle Volksgruppen damit einverstanden: In Bosnien wollten die Bosniaken einen eigenen Staat, die Serben wollten im Bund mit Serbien bleiben, die Kroaten wollten sich lieber in Richtung Kroatien orientieren.

1992 eskalierte der Streit und führte zum Bosnienkrieg, der bis 1995 andauerte. Angelina Jolie gab ihr Regiedebüt mit einem Film über diese Zeit: „Liebe in Zeiten des Krieges“ (Originaltitel: In the Land of Blood and Honey).

Am Ende des Krieges einigten sich die Parteien darauf, dass der Staat Bosnien und Herzegowina sich zusammensetzen sollte aus zwei Entitäten: der Föderation Bosnien und Herzegowina und der (hauptsächlich serbischen) Republika Srpska. Die beiden Entitäten bestehen wiederum aus 10 Kantonen.

Heute leben die drei Volksgruppen in der Normalbevölkerung einigermaßen friedlich zusammen. Die Politik hat die Krise noch nicht überwunden. Forscher und Journalisten attestieren dem Land das „komplizierteste Regierungssystem der Welt“. Noch immer ist nicht geklärt, wie es mit dem Staat weitergehen soll: Die Bosniaken wollen in die EU, die Kroaten ein neues Wahlrecht und eine dritte Entität, die Serben mehr Dezentralisierung oder gar die Abspaltung. Bisher gibt es für kein Modell eine politische Mehrheit.

2016 hat Bosnien und Herzegowina einen Antrag auf die EU-Mitgliedschaft gestellt. Die EU will jedoch abwarten, wie sich die politische Situation entwickelt. Ein Medizinstudium in Bosnien und Herzegowina ist die Gelegenheit, ein Land mitten in einer sehr spannenden Phase seiner Geschichte zu erleben.

Trotz der Probleme und der noch frischen Erinnerungen an den Krieg schaut die Gesellschaft nach vorn. Die Wirtschaft hat sich erholt, auch der Tourismus nimmt zu. Vor allem die Städte Sarajevo und Mostar haben sich zu beliebten Reisezielen entwickelt. Hier liegen die spannendsten historischen Sehenswürdigkeiten des Landes: In Sarajevo steht die Lateinerbrücke, auf der das Attentat stattfand, das den ersten Weltkrieg mit auslöste. Die fast 500 Jahre alte Brücke von Mostar ist als UNESCO-Welterbe geschützt. Bei einem Medizinstudium in Bosnien und Herzegowina sollten Sie sich die reiche Natur und Kultur nicht entgehen lassen.

Bei der Volkszählung 2013 bezeichneten sich 51 Prozent der Bevölkerung als Muslime (hauptsächlich Bosniaken), 31 Prozent als orthodoxe Christen (hauptsächlich Serben) und 15 Prozent als römisch-katholische Christen (hauptsächlich Kroaten).

Sicherheit

Das auswärtige Amt schätzt die innenpolitische Lage als stabil ein. Die Kriminalitätsrate ist niedrig. Wir selbst und unsere KundInnen haben das Medizinstudium in Bosnien und Herzegowina bisher als sicher erlebt.

Vor allem in abgelegenen Gebieten und abseits befestigter Wege sind Landminen eine Gefahr. Vor Wanderungen sollten Sie sich beim Mine Action Centre über die Lage informieren.

Homosexualität ist seit 1998 in allen Teilen des Landes legal. Seit 2003 existiert ein Gesetz gegen Diskriminierung. Die Gesellschaft akzeptiert Homosexualität nur teilweise. In Sarajevo gibt es eine kleine LGBT-Community. 2019 fand die erste Gay Pride Parade statt.