Medizin studieren ohne Abitur

Medizin studieren ohne Abitur

Ist Medizinstudium ohne Abitur möglich?

Entgegen den Erwartungen ist Medizinstudium ohne Abitur durchaus möglich. Die, deren Traum das Medizinstudium ist und kein Abitur, dafür aber eine Berufsausbildung im gesundheitlichen Bereich gemacht haben, können sich trotzdem ihren Traum erfüllen. Die Vorreiter der neuen Regelung sind Nordrhein-Westfallen und Niedersachsen gewesen, aber inzwischen machen die anderen Bundesländer auch mit und haben den allgemeinen Hochschulzugang auch für die ohne Abitur geöffnet, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Voraussetzungen des Medizinstudium ohne Abitur:

Medizin ohne Abitur studierenDamit man ohne Hochschulreife an der Medizinischen Universität angenommen werden kann, muss man mindestens die Mittlere Reife, eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung im medizinischen Bereich (mit der Abschlussnote von mindestens 2,5) und eine dreijährige Berufserfahrung haben.
Ein paar der Ausbildungen die den Voraussetzungen entsprechen sind zum Beispiel:
–    Medizinischer Fachangestellter
–    Physiotherapie
–    Ergotherapie
–    Gesundheits- und Altenpfleger
–    Rettungsassistent

Falls man eine Ausbildung in einem anderen Bereich abgeschlossen hat, gibt es trotzdem die Chance auf ein Medizinstudium ohne Abitur durch eine Einstufungsprüfung, wo das Wissen auf Abiturbasis getestet wird, oder durch ein Probestudium von einem Jahr zum Medizinstudium zugelassen zu werden. Meistens müssen dann aber die Prüfungen auch in den ersten Semestern, in der regulären Zeit bestanden werden.Rettungsdienst
Da aber jedes Bundesland eine unterschiedliche Regelung hat, wird empfohlen sich da im Voraus genau zu informieren. Hier ein Link zu dem Hochschulkompass wo man sich über die Voraussetzungen in jedem Bundesland informieren kann: Hochschulkompass
Doch es ist nicht immer sehr leicht. Gerade in den Fächern wie Biologie, Chemie und Physik gibt es für solche Studenten dann Lücken die es zu füllen gilt. Dadurch müssen die Studenten ohne Abitur noch mehr lernen um auf dem Level von den anderen Studenten zu kommen und das Studium zu schaffen.
Es gibt aber Universitäten, wie zum Beispiel die Universität in Mainz, wo solche Studenten eine große Unterstützung erfahren, durch Vor- und Extrakurse zum Nachholen des Stoffes.

Vorbehalt der Ärzte

Viele Ärzte sind kritisch der neuen Regelung gegenüber, und begründen damit, dass das nötige Wissen einfach fehlen würde und eine Ausbildung oder dreijährige Berufserfahrung das auch nicht ausgleicht. Es wird befürchtet, dass es dadurch zu Minderung der Qualität des Medizinstudiums kommt und es auch noch schwieriger wird mit den schon wenigen freien Plätzen in den Universitäten.

Medizinstudium ohne AbiturDoch die Studentenvertretung argumentiert dagegen: Vorkenntnisse seien zwar ein Vorteil, aber alle Studenten müssen in dem Medizinstudium sehr viel lernen und brauchen Fleiß und Motivation um alles zu schaffen. Dazu gibt es noch Studenten die zwar die allgemeine Hochschulreife erlangt haben, aber wegen der Note noch zwei, drei Jahren Wartezeit im Kauf nehmen müssen und diese verlieren auch ein Teil des Wissens aus der Abiturzeit.
Die Qualität des Studiums würde dadurch auch nicht gemindert werden, da Studenten mit, sowie auch ohne Abitur die Gleiche Leistungen erbringen müssen und es keine Sonderbehandlungen gibt.

Es gab auf jeden Fall schon positive Rückmeldungen solcher Studenten ohne Abitur. Zwar sagen viele, dass dieser Weg nicht nur immer leicht war, aber es sich gelohnt hat für die mit der Leidenschaft für Medizin. Im Jahre 2011 wurden in Deutschland bereits über 30.000 Studenten ohne Abitur an den Universitäten zugelassen.

Auch bei Vorliegen der rechtlichen Voraussetzungen, erkennen einige Universitäten im Ausland eine fachbezogene Hochschulreife nicht an. Schwer werden könnte es beispielsweise in Rumänien, sowie in Varna, oder Sofia.

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