Studienplatztausch in der Medizin

Ein Studienplatztausch in der Medizin gelingt nur zwischen zwei Studierenden derselben Fachrichtung, desselben Fachsemesters und mit annähernd identischem Leistungsstand. Seit dem 15. Juli 2026 läuft die Vermittlung dafür zentral über die kostenlose Plattform studienplatztausch-medizin.de, die das bis dahin führende Schwarze Brett von studienplatztausch.de abgelöst hat.
Voraussetzungen für einen Studienplatztausch
Die Vergabe von Studienplätzen in der Human-, Zahn- und Tiermedizin läuft in Deutschland zentral über die Stiftung für Hochschulzulassung (SfH), vormals ZVS, nach den bekannten Quoten Abiturbestenquote, Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) und Zusätzlicher Eignungsquote (ZEQ). Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel zum Medizinstudium in Deutschland.
Wer nach diesem Verfahren nicht an der Wunschuniversität, sondern an einer anderen landet, kann versuchen, den Platz nachträglich zu tauschen. Drei Bedingungen müssen dafür erfüllt sein:
- gleiche Fachrichtung (also z. B. Humanmedizin gegen Humanmedizin, nicht gegen Zahnmedizin)
- gleiches Fachsemester
- nahezu identischer Leistungsstand, also eine vergleichbare Anzahl an Scheinen
Am einfachsten lässt sich das zu Zeitpunkten organisieren, an denen ohnehin alle Studierenden denselben Leistungsnachweis erbracht haben – etwa direkt nach dem bestandenen Physikum.
Studienplatztausch zwischen Deutschland und dem Ausland: Geht das?
Hier hält sich hartnäckig ein Missverständnis: Einen Studienplatz in Bonn direkt gegen einen Studienplatz an einer ausländischen Universität zu tauschen, ist nicht möglich. Mit Studienplatztausch ist in der Praxis immer ein rein innerdeutscher Tausch gemeint.
Relevant wird das Thema für Studierende mit Auslandserfahrung trotzdem – nämlich sobald sie in Deutschland einen Platz erhalten haben. Wer beispielsweise nach dem zweiten Jahr im Ausland sein Physikum als gleichwertig anerkannt bekommt und über das Losverfahren einen Studienplatz etwa in Bonn erhält, kann diesen Platz anschließend im ersten klinischen Fachsemester mit einem anderen Studierenden – zum Beispiel aus München – tauschen. Der direkte Tausch eines Studienplatzes im Ausland, etwa in Varna oder Plovdiv, gegen einen Platz in Deutschland bleibt dagegen ausgeschlossen.
Der Ringtausch als Alternative
Findet sich kein direkter Tauschpartner, bleibt der Ringtausch: Drei oder mehr Studierende geben dabei reihum ihre Studienplätze weiter, sodass am Ende jede Person an der gewünschten Universität landet. Weil sich passende Tauschketten kaum von Hand finden lassen, übernehmen automatische Matching-Systeme diese Suche inzwischen deutlich zuverlässiger.
Wo Sie einen Tauschpartner finden
Die frühere Anlaufstelle studienplatztausch.de hat ihr Schwarzes Brett am 15. Juli 2026 eingestellt und vermittelt keine neuen Gesuche mehr. Zentrale Plattform ist seitdem studienplatztausch-medizin.de: ein kostenloses Portal des Vereins MiA (Medizinstudierende im Ausland e. V.) für Human-, Zahn- und Tiermedizin.
Nach der Registrierung mit aktuellem und gewünschtem Studienort sucht die Plattform automatisch nach passenden Direkt- und Ringtauschketten und meldet sich per E-Mail, sobald ein Treffer gefunden wurde. Ein integrierter Chancen-Rechner zeigt vorab, wie realistisch ein Tausch zwischen zwei bestimmten Universitäten überhaupt ist. Personenbezogene Daten werden erst nach Bestätigung per Doppel-Opt-in freigeschaltet und ausschließlich an tatsächliche Tauschpartner weitergegeben.
Weitere Informationen zum Quereinstieg nach Deutschland erhalten Sie von Ihrem StudiMed-Studienberater.

